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Videos als interaktives Lehr- / Lern-Medium?
Videos dienen also einmal als ein Informationsträger (N:1; 1:N) in der Multimedia-Komposition. Sie vermögen kraft ihres Realitätspotenzials dem Lehrstoff Authenzität und Relevanz zu geben. Vor allem aber bedienen Videos die emotionale Dimension des Lernens: Gefühle, Hoffnungen, Sorgen und Ängste sind individuelle Komponenten, die das ‚bewegende' Faszinosum ‚Film' anzusprechen weiss. Denn der Film bedient alle 4 Gratifikationsdimensionen gleichermaßen (auf niedrigem Niveau):
- Orientierung & Information
- Persönliche Identität über sozialen Vergleich
- Integration und soz. Interaktion
- Unterhaltung
Zum anderen dienen Videos als zweifacher interaktiver Träger :
- einmal als kommunikativer zwischen den beteiligten Personen (Human Computer Cooperation ) als 1:1- oder N:M-Kommunikation;
- einmal als Human Computer Interaction über den Austausch von Dokumenten bzw. die haptische Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand.
Mit diesen interaktiven Möglichkeiten bedienen Videos zunehmend die affektive Dimension des Lernens: Werte und Normen eines Themas lassen sich kommunikativ und interaktiv besser aushandeln und nachhaltiger erinnern.
Was bedeutet diese Erkenntnis nunmehr für die Wissensvermittlung, die im Zentrum aller eLearning-Überlegungen stehen sollte?!
Exkurs Wissensvermittlung
Das Beratungsunternehmen Bersin & Associates differenziert zwischen 4 Stufen der Wissensvermittlung, die unterschiedliche Lernziele einfordern:
Stufen |
Lernziele |
Informations-
sendung |
Kenntnis
Vertraut-
heit |
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Kritischer Informations-
transfer |
Kompe-
tenz |
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Neue Fertigkeiten & Kompetenzen |
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Beherr-
schung |
Zertifizierte
Fertigkeiten |
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Visualisierungen unterstützen die Entwicklung von Vorstellungsbildern und mentalen Modellen im Lernprozess. Vor allem zur Vermittlung von softem Faktenwissen, von Zusammenhängen und Bedeutungen sind Bilder, Grafiken, Fotos, Animationen oder Videos von unschätzbarem Wert, um das Wesentliche zu verdeutlichen. Eingebunden in komplexe tutorielle Systeme, die der Vermittlung prozeduralen Wissens dienen, sind Visualisierungen also sehr zielfördernd.
Aber passiver Informationsgenuss führt nicht zu einem fundierten Lernprozess. Denn Lernen erfordert interaktive Schleifen, Verständnisfragen und Transfers in die Praxis, um die Infos in einen Sinnzusammenhang, in bestehende Wissenskontexte einzubetten. Zu diesem Zweck bedarf es kommunikativer wie interaktiver Komponenten.
Je ambitionierter das Lernziel, desto multipler interaktiver sollte der Videoeinsatz vollzogen werden. Die Beherrschung von Skills wächst mit Zunahme an komplexer Interaktivität. |
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N:1
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Informations-
sendung |
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W
E
I
T
E
R
B
I
L
D
U
N
G |
1:N
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Kritischer Informations-
transfer |
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1:1
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Neue Fertigkeiten & Kompetenzen |
A
U
S
B
I
L
D
U
N
G
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N:M
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Zertifizierte
Fertigkeiten |
Videos können also in ihrer Mannigfaltigkeit als Motor für effektive Human Computer Interaction und Cooperation dienen: Denn erst durch die aktive Einbindung der Lernenden in den Entstehungsprozeß der Information lässt sich ein verbindlicher emotionaler Spannungsbogen aufbauen (siehe Reflexionen Nr.3), der die aktive Mitarbeit quasi natürlich einfordert. Zwar verlangt diese Form des multiplen interaktiven Lernens eine enorme Vorbereitungsintensivität seitens des Contentlieferanten mithilfe professioneller Videoteams, die Veranstaltungen dezidiert choreographieren müssen, und externer Moderator/innen, die alle Teilnehmer/innen konsequent durch das Drehbuch führen. Doch dadurch entstehen dynamisch visuelle Lernkomponenten mit Human Touch, die Lernmotivation aus sich selbst heraus generieren und sowohl für neue Fertigkeiten in der Ausbildung wie schnelle Informationstransfers in der Weiterbildung geeignet sind.
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