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# Wie transportiert man Wissen mit einer Erzählung?
Vergleichen wir vorab die erzähltheoretischen Ebenen der narrativen Informationsverarbeitung mit denen des informationstheoretischen Lernprozesses, so verwundert kaum deren Gleichklang:
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Narrative Info-Verarbeitung |
Informationstheoretischer Lernprozeß |
| Wahrnehmungs- bzw. Rezeptionsebene |
Informationsaufnahme: Darbietung des Lernmaterials |
| Denk- und Urteilsebene |
Informationsverarbeitung: eigentlicher Lernvorgang |
| Repräsentations- bzw. Gedächtnisebene |
Informationssicherung: Wiederholung, Festigung des Lernvorganges |
| Informationsspeicherung: dauerhaftes Behalten |
| Kommunikations- und Handlungsebene |
Informationsanwendung: Wiedergabe in konkreten Problemstellungen |
| Informationsverlust: Vergessen |
Einzig die narrative Wahrnehmungsebene mit ihrem Relevanzprinzip weist auf einen Indikator, der der Infoaufnahme vorgeschaltet ist und auch für eLearning-Anwendungen relevant sein sollte:
Jeder Lernende (= Rezipient) muss die Inhalte als für sich relevant erkennen, um für die Infoaufnahme bereit zu sein.
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Relevanz setzt voraus, das Angebot muss attraktiv aufbereitet sein, um zunächst die Aufmerksamkeit des Lernenden zu erlangen. Diese Aufmerksamkeit sollte im weiteren Prozess der Informationsaufnahme und -verarbeitung aufrecht erhalten bleiben, da ein Lernprozeß weitestgehend bewußt erfolgen muss.
Aufmerksamkeit erlangt und festigt z.B. eine gute Erzählung. Der Plot kann Lernende z.B. zu Info- und Übungseinheiten führen, um die Probleme der fiktiven Figur zu lösen. Indem notwendige Hintergrundinfos auf konfligierende Welten verteilt und episodisch präsentiert werden, gelangen die Lernenden zu Fertigkeiten, die sie kompetent beherrschen lernen, indem sie sie in ihre reale Welt übersetzen.
Dabei ist darauf zu achten, dass die Trennung zwischen narrativen Story-Elementen und wissen-transportierenden Lerneinheiten eine klare Orientierung durch die Anwendung ermöglicht.
Einen sinnstiftenden Erklärungszusammenhang für die Erzählung erhalten wir dabei über einen Erzählbogen , der auf eine Auflösung der Spannung, z.B. in Form einer Problemlösung hinarbeitet. Zu diesem Zweck könnten sich beispielsweise verschiedene Aufgaben innerhalb der Lerneinheiten dem Lernenden in den Weg stellen, deren Lösung jedoch nicht einspurig über die Ziellinie führt, sondern im Sinne der herausfordernden Lernmotivation durchaus alternative Handlungsverläufe suggeriert:
Die Zusammenhänge der Ereignisse sollten vielgestaltig interpretierbar sein, so dass sie der Komplexität der realen Welt Rechnung tragen. |
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